Klöster

Seit dem 9. Jahrhundert wanderten christliche deutsche Siedler in die zuvor überwiegend slawisch und teilweise baltisch bewohnten Gebieten östlich von Saale und Elbe ein, sie gründeten Städte und Kolonistendörfer nach deutschem Recht. Im südlichen Ostseeraum, also auch in Mecklenburg und Pommern, wurde die wendische Vorbevölkerung bis auf wenige Enklaven christianisiert und assimiliert. Die heidnischen Heiligtümer wie in Rhetra oder Arkona auf Rügen wurden zerstört, an ihrer Stelle wurden Kirchen erbaut. Zunächst oft nur aus Holz errichtet, entstanden spätestens seit dem 12. Jahrhundert Feld- und Backsteinkirchen, die oft bis heute erhalten blieben und zu Wahrzeichen der Kulturlandschaft wurden.

Die Klöster spielten bei dem Prozess der sog. Ostsiedlung eine bedeutende Rolle. Die Zisterziensermönche erlangten im 12. und 13. Jahrhundert durch ihre Kolonisationstätigkeit dabei besondere Bedeutung.

Im 16. Jh. war Mecklenburg reich an Klöstern. Die Reformation setzte den einst aufstrebenden Einrichtungen jedoch ein schnelles Ende. Am 20. Juni 1549 beschlossen die Herzöge und Stände auf einem Landtag bei Sternberg, der lutherischen Lehre zu folgen. Daraufhin wurden die Klöster säkularisiert und ihr Besitz fiel den Herzögen zu, worauf die Landstände forderten, einige dieser Einrichtungen zu erhalten, denn die Möglichkeit, unverheiratete Töchter hier standesgemäß versorgen zu können, war ein zentrales und nicht zuletzt wirtschaftliches Anliegen des Landadels.

Am 2. Juli 1572 bestimmten die Herzöge Johann Albrecht I. und Ulrich die Übergabe der Klöster Dobbertin, Ribnitz und Malchow an die Landstände. Deren Beamte hatten darauf zu achten, dass „die wahre christliche unverfälschte Religion, wie dieselbe in der Augspurgischen Confession so anno 1530 aufgerichtet […] und keine andere falsche Lehre und Abgötterey […] geduldet werde.“

Der Dreißigjährige Krieg fügte den evangelischen Damenstiften großen Schaden zu. Am Anfang des 18. Jh. neu geordnet, wurden sie für die Stände zu begehrten Versorgungseinrichtungen, blieben aber weiterhin Orte geistlichen Lebens und des Gebetes für den Landesherrn und das Vaterland. Es wurden zunehmend auch externe Stiftsplätze vergeben, die den in die Klosterlisten eingeschriebenen Frauen bereits eine „Geldhebung“ aus den Klöstern, als ein „Wartegeld“ sicherten. 1918 bezogen vom Kloster Dobbertin 279, vom Kloster Malchow 143 und vom Kloster Ribnitz 103 Frauen eine Hebung. Ein Teil der Konventualinnen kam aus bürgerlichen Familien, ihnen stand vor allem eine größere Anzahl an kleineren externen Hebungsstellen zu.

Im November 1918 wurden die Klöster der neuen Staatsregierung des Freistaates Mecklenburg-Schwerin unterstellt und 1920 endgültig aufgelöst. Bereits erteilte Anwartschaften mussten weiter gewährt werden. Mit dem Tod der letzten Stiftsdamen ging die lebendige Tradition der Damenstifte zu Ende. Die letzte Domina des Klosters Ribnitz, Olga von Oertzen starb 1961, die letzte Domina des Klosters Malchow, Gertrud von Lücken 1972. In Dobbertin starb die letzte Konventualin Elisabeth-Charlotte Gräfin von Bassewitz 1974.

Die evangelischen Konvente haben die mittelalterlichen Klosteranlagen nach ihren Bedürfnissen zwar umgeformt, ihren Bestand aber in weitem Maß gesichert. An wenigen Orten ist deshalb die Landesgeschichte so lebendig, so gegenwärtig, wie in den ehemaligen drei Landesklöstern und deren Kirchen.

Mecklenburg war einst ein Land stattlicher Güter und Herrenhäuser. Der Adel wachte streng über seine in die Klöster eingeschriebenen Töchter. Großzügige Wohnhäuser und Parkanlagen, wie sie die Frauen von den elterlichen Gütern kannten, prägen die malerischen Klosterorte noch heute.